🐦Die „Schöderer Vögel“

 

🐦Im Jahre 1715 wütete die Pest – der schreckliche schwarze Tod – in Oberzeiring und Umgebung so arg, dass sogar die Vögel aus Mitleid mit den Menschen nicht mehr sangen oder fortzogen. In dieser fürchterlichen Not machten die überlebenden Zeiringer das feierliche Gelübde, alljährlich am 1. Mai eine Wallfahrt nach Maria-Schöder zu machen, wenn sie weiterhin von der Pest verschont blieben.
Als dann die Oberzeiringer Wallfahrer, um ihr versprechen einzulösen, zum Ersten Mal nach Schöder kamen und betend in die Kirche einzogen, hörten sie zu ihrer Verwunderung wieder den Gesang der lang vermissten Vögel. Die Sage erzählt , dass in diesem Unglücksjahr, nur in Schöder die Vöglein sangen und zwar folgenden Spruch:
„Esset, esset Bibernell und Alraun,
dann kommt ihr all davaun!“

Die Einwohner befolgten den Rat und Schöder blieb von der Pest verschont. Die Freude der Zeiringer über den lang entbehrten Vogelgesang war so groß, dass sie den Entschluss fassten, ihren daheimgebliebenen Angehörigen wenigstens gebackene Vögel mitzubringen.
Seit dieser Zeit werden alljährlich am 1.Mai vom Schöderer Bäcker „Vögel“ aus feinem Semmelteig gebacken. Die Schöderer Bürger haben diesem wunderlich geformten Gebäck den Namen „Zeiringer Vögel“ gegeben, während die Oberzeiringer „Schöderer Vögel“ sagen.
Wie die Sage weiter erzählt, musste sich das Gotteshaus von Oberzeiring in jedem Jahr, in dem die Wallfahrer ausbleiben, um zwei Stufen senken. Die Oberzeiringer aber lassen es nicht drauf ankommen, sondern wallfahrten alle Jahre pünktlich am 1.Mai aus Dankbarkeit für das Erlöschen der Pest nach Maria Schöder und bringen als „Kirta“ die leckeren „Schöderer Vögel“ mit nach Hause.

Bildquelle – Beitragsbild:(c) Holzwelt Murau Karl Pürer. 

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