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Eine Sage aus Murau – erzählt von Elisabeth Kogler

„Die Wildfräulein vom Luag“

Wo ein kleiner Sattel den Übergang vom Dürnberg in der Gemeinde Schönberg-Lachtal nach Oberwölz bildete, befand sich einst ein Bauernhof mit dem Vulgonamen „Luagi“. Sicher trug der Hof seinen Namen deshalb, weil man von ihm aus eine wunderbare Fernsicht ins Wölzertal genießen konnte. In der Nähe des Luagi wohnten einst in den Felshöhlen des Dürnberges die Wild- oder Waldfräulein, die sehr hilfsbereit waren, den Menschen ringsum viel Gutes taten und sie mit ihrem wunderschönen Gesang erfreuten. Sie waren auch sehr kräuterkundig und bewahrten das Vieh der Bauern vor dem Absturz.

Ein Knecht der in der Nähe des Luagi arbeitete, schwitzte recht arg, weil die Sonne heiß auf ihn hernieder brannte. Er zog seine „Pfoard“ aus und hängte sie auf eine Zaunhecke. Das Hemd war sehr schmutzig und auch schon ziemlich zerrissen. Als er sie am Abend nach getaner Arbeit wieder holen ging, war sie blütenweiß und fein säuberlich geflickt. Diese gute Tat konnten nur die schönen Wildfräulein getan haben.

Ein Sohn des Bauern vlg. Hipfl meinte einmal zu seinen Kameraden, er werde schon dahinter kommen wie es hinter den Felsen in den Höhlen, wo die Wildfräulein wohnten, aussehe. Eines Tages überraschte der Bursche die holden Fräulein bei ihrem wunderschönen Gesang vor der offenen Eingangspforte und begehrte frech Einlass in ihre Gemächer. Schweigend gewährten die Wildfräulein den Wunsch des Bauern und nahmen ihn mit in ihre Höhlen. Drinnen erblickte er nun unermesslich wertvolle Schätze. Der Bursche wurde köstlich bewirtet und sodann wieder ins Freie geleitet. Vorübergehende Leute fanden ihn am späten Nachmittag zu Füßen eines mächtigen Felsblockes sitzen, der Bauer war jedoch stumm und blind. In seiner rechten Hand hielt er ein langes, goldenes Frauenhaar- ein Geschenk der Wildfräulein. Die hilfsbereiten Fräulein hausten noch lange Zeit im Dürnberg, aber als nach vielen Jahren die so genannten „Flatschen“ oder Wurzhörner (Blasinstrumente aus Fichtenholz) aufkamen, verließen sie über Nacht die Gegend. Sie konnten nämlich am sehr schönen Klang dieser Instrumente keinen Gefallen finden. Niemand wusste wohin die Wildfräulein gezogen waren. Auch der Bauernhof vlg. Luagi verfiel nach und nach und niemand weiß mehr genau, wo dieser einst gestanden ist.

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